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Brennpunkte - Die Geschichte der XY-Menschen

 

Nichts auf der Welt ist Zufall. Es gibt keinen Zufall. Nicht für mich. Mein Leben hat sich so entwickelt, wie es auf einer höheren Ebene entschieden wurde. Dann erst wurde ich geboren.

Nein, nichts ist vorherbestimmt, es wurde nur festgelegt, was ich lernen und erfahren soll.

Was kann mir schon als Mensch passieren, wenn mein gesamtes irdisches Dasein nur eine unzulängliche Projektion meines ewigen Bewusstseins ist? Was kann mir passieren, wenn zwar Fleisch und Blut vergehen, aber das Wissen bleiben wird? Die Antwort lautet: Nichts!

Aus meinem Wissen leite ich die Tatsache ab, dass materieller Besitz nichts bedeutet. Ruhm, Ehre, Ansehen bedeuten ebenfalls nichts. Auch die scheinbare Macht über andere Menschen bedeutet nichts. Es gleicht dem verblendeten Streben von unreifen Kindern, die im Sandkasten sitzen und sich um eine Schaufel, oder einen Eimer voll Sand streiten. Fünf Meter weiter gäbe es Sand im Überfluss...

XY-Menschen besitzen nichts. Sie sind einfach, wie sie sind. Wenn sie etwas zu essen finden, dann essen sie. Wenn sie Wasser finden, trinken sie. Wenn sie müde sind, dann schlafen sie und wenn sie wach werden, dann stehen sie wieder auf.

Wir würden die XY-Menschen als ärmlich und kulturlos bezeichnen. Sie selbst sagen, dass sie im Überfluss der Natur leben. Es passiert immer das Richtige, man braucht nur Vertrauen, sagen sie.

Die Geschichte der XY-Menschen steht in keinem Buch und wird auch nicht an Schulen gelehrt. Ihre Geschichte ist ein Lied, dem mit jeder Begebenheit eine neue Strophe hinzugefügt wird. Sie haben gelernt, keinen Fluss zu vergiften, keine Tierart auszurotten, keinen Wald abzuholzen und kein Ozonloch zu produzieren.

XY-Menschen gelten als faul, dumm, unzuverlässig und unmotiviert. Nackte Wilde, die sich gegen jede Verlockung der Zivilisation erfolgreich gewehrt haben. XY-Menschen haben sich entschlossen auszusterben. Sie haben ihre Mission auf dieser Welt erfüllt. Sie haben sich das Recht verdient, über ihren Fortbestand selbst zu entscheiden. XY-Menschen können sich entscheiden, wir leider nicht.

Ich hoffe, dass ich verständlich erklärt habe, an was ich denke, wenn ich überhaupt mal denken möchte. Dann dürfte auch klar sein, was ich fühle, wenn ich wirklich etwas fühlen will. Aber das ist ja auch egal.

Ich bin ein XY-Mensch. Deswegen bin ich manchmal so schwer zu verstehen. Heute ganz besonders. Macht ja nichts, oder?