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Brennpunkte - Mache das Licht an, wenn ich sterbe

 

Hallo mein Schatz, wir sind am Ziel. Du vielleicht etwas weniger, ich aber umso wahrscheinlicher.

Ich möchte dich an das Versprechen erinnern, das du mir vor langer Zeit gegeben hast. Damals, als wir noch die gleichen Träume geträumt haben. Und als wird noch naiv genug waren, zu glauben, die Ewigkeit würde ausgerechnet auf uns Rücksicht nehmen. Es ist nicht so.

Nein, es ist wirklich nicht so. Ich möchte, dass Du verstehst, was in diesen Augenblicken mit uns geschieht. Mache das Licht an, damit du siehst, wie leuchtend meine Augen strahlen. Nichts in meiner Seele sträubt sich. Nichts in meinem Herzen bereitet mir Schmerz. Und wenn ich trotzdem traurig bin, dann nur deshalb, weil du jetzt weinst.

Du wolltest tapfer sein. Du hast es mir doch versprochen. Lass mich die letzten Schritte gehen, so wie wir den langen, gemeinsamen Weg auch gegangen sind. Wir wissen doch, nichts ist umsonst gewesen.

Mache das Licht an, damit du die Blumen sehen kannst, die in uns weiterblühen werden. Weine nicht, auch wenn ich jetzt gehe, ich werde dich trotzdem nicht verlassen. Wo immer du sein wirst, da werde auch ich sein, weil ich ein Teil von dir geworden bin.

Und morgen ist ein neuer Tag. Vielleicht wird sogar die Sonne scheinen. Das wünsche ich dir sehr. Und bitte vergesse nicht, ich habe keine Angst. Mein Leben war viel zu kompliziert, um jetzt noch Angst zu haben.

Mache das Licht an, damit du mein letztes Lächeln siehst. Und glaube mir bitte, Angst hätte ich nur dann, wenn es dich nicht gegeben hätte und ich nun im Dunkeln sterben müsste.

Reiche mir deine Hände. Wir sehen uns wieder, wenn auch mit anderen Augen und in einer ganz anderen Welt.