Der letzte Blues 

Die verkäufliche Langeweile fährt Karussell, 
das Prisma der hungrigen Augen 
zerlegt die Nacht in Illusionen. 

Dann plötzlich... 
der Schlag auf den Solarplexus. 
Blau schießt das Blut aus dem brennenden Messing; 
weich in die Uhren, in die Savanne. 

Spiralige Lianen, dampfende Kaskade, 
verholzt im Zenit Vanille und Moschus, 
Ocker und Sperma, Blut und Gesänge. 

Eine Libelle aus Stahl fliegt durch die Nacht, 
auf dem Weg nach Nirgendwo. 
Augen, ausgequetscht auf Zelluloid, 
spiegeln sich im Wahn der Sinne. 
In der Ferne schwarze Trommeln 
und ein kalter Rausch aus Blut. 

Ein Monolith streift mein Gesicht 
und zerrt den Schlaf aus meinen Augen, 
zerpflügt den Mond am grauen Ufer, 
bevor er sich im Nichts verliert. 

Im Sog des Sturzes klopfen wirre Worte; 
in mein atemloses Staunen. 
Ich möchte mit den Wolken tanzen, 
diesen allerletzten Blues. 
Ich möchte dieses Sterben fühlen, 
im Rhythmus von Blut, 
von Ocker und Sperma, 
von Blut und Gesängen. 

Ich ringe nach Luft, nach richtigen Worten, 
will eigentlich nichts, nur noch verstehen, 
warum ich jetzt hier bin. 
Wer hat das getan, wer und warum? 

Halte bitte meine Hände, 
frage nie nach Morgenrot.

wese