Eine vegetarische Lüge

Ich war einmal ein Menschenfresser,
ganz besonders in der Nacht,
weil man da, mit scharfem Messer,
spielend einfach Beute macht.

So zog ich dann durch viele Länder
und suchte mir die Opfer aus.
Am liebsten fraß ich Kinderschänder
und Huren aus dem Freudenhaus.

Manchmal war dann mein Geschmatze
fast so schön wie Religion.
Und mit stolzer Teufelsfratze
schlich ich mich zumeist davon.

Ich habe damit nie geprotzt
und meine Gründe wiegen schwer:
Was nicht schmeckt wird ausgekotzt,
dann ist der Magen wieder leer.

Nur mein Richter wollte wissen,
wie das mit meiner Reue war...
ich hab ihn in den Arsch gebissen,
dann war ihm die Sache klar.

Und die Moral von der Geschichte
ist eigentlich ganz schnell erklärt:
Es gibt Gerichte und Gerichte...
und morgen ist das schon  verjährt.

wese